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Karriere-Magazin

Bewerbung und Karrierestart Teil X - Ausbildung vs. Studium - Die Wahl des passenden Bildungswegs

Mit dem Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife, also des Abiturs, habt Ihr eine wichtige Etappe auf Eurem persönlichen beruflichen Werdegang getan. Doch nun stellt sich die entscheidende Frage nach dem nächsten Schritt: Bewirbt man sich für ein Studium an einer Universität oder Hochschule oder beginnt man lieber eine Ausbildung und verdient gleich sein erstes eigenes Geld? In diesem Artikel möchten wir die verschiedenen Möglichkeiten beleuchten und ein paar Argumente zeigen, die für und gegen die beiden Ausbildungsalternativen sprechen.

 

Ausbildung oder Studium, die Qual der WahlStudium, Ausbildung oder Duales Studium - Die Qual der Wahl auf dem persönlichen Karriereweg
Bildquelle: Diploma (emidiobatista/Flickr, CC BY-NC-SA 2.0)

Wir stellen einen wichtigen Punkt voran: Diesen Schritt auf Eurem Lebensweg müsst Ihr für Euch selbst setzen, eine Entscheidung kann Euch niemand abnehmen. Die klassische Pro- und Kontra-Liste vermittelt hier einen sehr guten Überblick und kann den Entschluss für eine der beiden Alternativen durchaus erleichtern. Ein objektives Ergebnis gibt es in der Endabrechnung aber nicht. Es kommt immer darauf an, wie wichtig Euch einzelne Punkte sind, was für ein Lerntyp Ihr seid und welche Kompromisse Ihr eingehen wollt und könnt. Bei der Wahl des Ausbildungsweges gibt es daher schlicht und ergreifend kein Richtig und kein Falsch. Einen groben Plan mit der Auswahl eines Fachbereiches solltet Ihr schon im Kopf haben. Euren Traumberuf könnt Ihr den meisten Fällen dann aber auf den unterschiedlichsten Wegen erreichen.

 

1. Das Studium

Vorteile Nachteile
  • Studien- und Freizeitgestaltung läuft  selbständig und flexibel, hohes Maß an Eigenverantwortung
  • Größere Flexibilität bei der Wahl eines Berufs durch breites Wissen  bzw. vielfältige Qualifikationen
  • Berufsziel kann im Zweifel auch erst im Verlauf des Studiums klarer definiert werden, häufig spezialisiert man sich nach Grundlagenveranstaltungen auf einzelne Fachgebiete
  • Sammeln von Auslandserfahrungen und Anwendung von Fremdsprachenkenntnissen durch Auslandssemester möglich
  • Praktika ermöglichen Einblicke in verschiedene Berufsbilder und Unternehmen
  • Nach dem Studium mit höherem Einstiegsgehalt, größere Gehaltssteigerungen möglich
  • Bessere Karrierechancen, im Zweifel fällt die Wahl im Bewerbungsverfahren auf einen Universitätsabsolventen
  • Laut Statistik besteht ein geringeres Risiko in die Arbeitslosigkeit abzurutschen
  • Erwerb eines akademischen Titels, z.B. Diplom, Bachelor oder Master
  • Hohes Maß an Selbstdisziplin, Ausdauer und Eigeninitiative erforderlich
  • Viele organisatorische Dinge zu erledigen, u.a. eigenständige Wahl von Fächern, Anmeldung zu Prüfungen, Feststellung von Terminen
  • Wenig Anleitung und Führung
  • Unregelmäßige Beanspruchung durch ständig wechselnde Vorlesungen, Seminare, Projektarbeiten
  • Fokus meist auf Vermittlung theoretischer Kenntnisse, praktische Anwendung wird nicht immer deutlich
  • Lange Studiendauer, mindestens drei Jahre, Ende des Studiums und Berufseinstieg anfangs nur schwer abzusehen
  • Finanzierung nötig, Lebensunterhalt muss nebenher verdient werden, Jobben kann das Studium zusätzlich verlängern
  • Studiengebühren verteuern das Studium in vielen Bundesländern inzwischen zusätzlich

 

Klar herauszustellen ist noch einmal der Vorteil des vermeintlich einfacheren Berufseinstiegs nach einem erfolgreich absolvierten Studium. Mit einem Bachelor, Diplom oder Master in der Tasche fällt die Wahl eines potenziellen Arbeitgebers eher auf Euch. Außerdem erreicht Ihr im Normalfall durchaus höhere Einstiegspositionen, ein höheres Einstiegsgehalt und auch einen vielversprechenderen Ausblick auf den weiteren Karriereweg. Größter Nachteil eines Studiums ist die finanzielle Belastung. Hier können aber Fördermöglichkeiten, wie z.B. BAföG oder Stipendien, helfen. Auch nebenher jobben oder vergütete Praktika oder Werkstudententätigkeiten können Mittel zur Finanzierung der Studienzeit sein. Wichtig ist nur, dass man neben dem Geldverdienen das Studieren nicht vernachlässigt und für sich eine verträgliche Balance findet.

 

Für den Bereich der Luft- und Raumfahrt werden Studiengänge in den unterschiedlichsten Fachrichtungen angeboten. Von der Luft- und Raumfahrttechnik, über den Flugzeugbau, die Flugzeuginformatik und das Aviation Management, bis hin zur Verkehrswirtschaft bietet sich eine sehr große Spannweite an Bildungswegen mit der Zielrichtung des Berufseinstiegs in die Luft- und Raumfahrtbranche. Einen genauen Überblick über die Studienmöglichkeiten in Eurer Nähe könnt Ihr Euch in unseren Studienganglisten verschaffen.

 

2. Die Ausbildung

Vorteile Nachteile
  • Sammeln von praktischen Erfahrungen ab Beginn der Ausbildung
  • Konsequente Vorbereitung auf den späteren Beruf
  • Klar definierte Tätigkeiten und Aufgaben, Einbindung in alltägliche Arbeitsprozesse
  • Geregelte Arbeitszeiten
  • Sammeln von Erfahrungen in der alltäglichen Zusammenarbeit mit Vorgesetzen und Kollegen
  • Überschaubarer Ausbildungszeitraum, zwei bis vier Jahre
  • Festes Gehalt mit Beginn der Ausbildung, damit geringere finanzielle Abhängigkeit von Eltern o.a.
  • Chancen auf eine Anstellung durch Übernahme im Betrieb nach der Ausbildung bzw. bei gutem Abschluss
  • Möglichkeiten von selektiver Weiterbildung, Erwerb von Zusatzqualifikationen oder Aufbaustudium
  • Ausbildung ausschließlich für einen Lehrberuf, d.h. frühzeitige Festlegung auf ein spezielles Berufsbild
  • Weniger Spielraum zu freiem Handeln und Entscheiden
  • In der Regel auch mit mehrjähriger Berufserfahrung geringeres Gehalt als Akademiker
  • Begrenzte Aufstiegschancen

 

Die klassische Berufsausbildung besticht also vor allem durch ihren konkreten Praxisbezug und die Verdienstmöglichkeiten. Eine solide Ausbildung kann als wertvolle Grundlage für ein Studium aus einem passenden Bereich dienen. Die praktischen Kenntnisse könnt Ihr so durch einen weiteren Schritt an eine Universität oder Fachhochschule mit theoretischem Wissen untermauern und mit den Erfahrungen zweier Blickwinkel in die Berufswelt starten. Immer häufiger sind heute genau solche Absolventen gefragt.

In einer eigenen Artikelserie beschäftigen wir uns ausführlich mit den einzelnen Ausbildungsberufen in der Luft- und Raumfahrt. In einzelnen Beiträgen erfahrt Ihr dort mehr über den Berufsalltag und die Ausbildungsinhalte von Fluglotsen, Konstruktionsmechanikern, Berufsflugzeugführern, Werkstoffprüfern und vielen anderen.

 

3. Alternative Duales Studium

Eine Alternative stellt das Duale Studium als Mischform zwischen den Extremen Studium und Ausbildung dar. Hier wechseln sich Theorie- und Praxisphasen meist in einem 3-Monats-Rythmus über die gesamte Studiendauer ab. Eine ausführliche Beschreibung zu dieser Form der Ausbildung findet Ihr in unserem Magazin-Beitrag “Das Duale Studium als Ausbildungsalternative“.

 

Die Qual der Wahl

Der Karriere-Wegweiser Viele Wege führen nach Rom, auch den Traumberuf erreicht Ihr auf vielfältigste Art und Weise
Bildquelle: wegweiser (zielperson/Flickr, CC BY 2.0)

Es tun sich also viele Möglichkeiten auf, doch welche passt nun genau zu Euch? Beginnt die Auswahl am besten mit einer ausführlichen Sammlung von konkreten Informationen über die Studien- oder Ausbildungsinhalte, den Ort der Ausbildung, die Chancen für den Berufseinstieg usw. Holt Euch Rat bei Eltern, Verwandten und Freunden, die bereits ein Studium oder eine Ausbildung durchlaufen haben. Bewertet deren Aussagen jedoch nicht über, denn unter Umständen hat sich mit der Zeit an der Struktur und den Inhalten der Bildungswege einiges geändert. Hinterfragt die genannten Voraussetzungen kritisch und beantwortet für Euch ehrlich Fragen wie: "Bin ich eher Praktiker oder Theoretiker?", "Bin ich bereit, drei weitere Jahre regelmäßig für Prüfungen zu lernen und Vorlesungen zu verfolgen?" oder "Ist dies wirklich der richtige Weg für mich oder wird er mir aufgedrängt?"

 

Unterstützung erfahrt Ihr durch den Besuch einer Berufs- oder Studienberatung, z.B. beim Arbeitsamt, der entsprechenden Stelle bei einer Hochschule oder einer anderen Außenstehenden. Hilfreiche Einblicke könnt Ihr auch gewinnen, indem Ihr mittels Schülerpraktika in bestimmte Berufe hineinschnuppert.

 

Jeder beschreitet seinen eigenen Bildungsweg. Auch ein und derselbe kann in der Praxis zu unterschiedlichen Karrieren und Berufen führen, mit etwas Glück führt sogar der Quereinstieg in ein Fachgebiet zum Erfolg.

 

Viel Erfolg auf dem Bildungs- und Berufsweg
Euer aircareer.de - Team

 

(Quellen: http://www.bachelor-studium.net, http://www.ruv.de, http://www.studium-ratgeber.de)