Bewerbung und Karrierestart Teil XI - Neun wichtige Faktoren für ein optimales Bewerbungsfoto
Bei der Begutachtung einer Bewerbungsmappe richtet sich der erste Blick eines Personalleiters typischerweise zunächst auf das beigefügte Bewerbungsfoto. Es bestimmt den ersten Eindruck von einem Bewerber, weckt beim Betrachter bewusst und unbewusst gewisse Erwartungen, Sympathien, Emotionen, Assoziationen und kann so einen Ausschlag zu einer erfolgreichen Bewerbung geben. Nach dem Antidiskriminierungsgesetz von 2006 ist das Beilegen eines Fotos zu Bewerbungsunterlagen in Deutschland offiziell keine Pflicht. Zu empfehlen ist es aber dennoch, denn es verspricht entscheidende Vorteile bei der Auswahl von Bewerbern durch Unternehmen, wenn diese als Vergleichswert Bewerbungsmappen hinzuziehen, die ausschließlich mit Texten, Tabellen und Anlagen eingesendet wurden. Aber Achtung: Ein Bild kann bei offensichtlichen Mängeln auch genau das Gegenteil bewirken. Es gilt also einiges zu beachten.
Sympathisch,
freundlich, kompetent? Häufig genügt ein einziger Blick für ein erstes
UrteilBildquelle: Framed Jill (John Wiseman/Flickr, CC BY-NC 2.0)
Aber warum überhaupt ein Foto, wenn es gar nicht zwingend gefordert ist? In größeren Bewerbungsverfahren haben Personalverantwortliche tagtäglich mit einer großen Anzahl an eingehenden Bewerbungen zu tun. Für jede einzelne Mappe bleiben so oft nur wenige Minuten Zeit, um eine grundsätzliche Entscheidung für oder gegen den Bewerber zu treffen. Bestimmend ist dann der subjektive Gesamteindruck und der wird unter anderem maßgeblich vom beigefügten Bewerbungsfoto beeinflusst. Vor dem Entschluss stehen dann folgende Fragen im Raum: Wie wirkt der Bewerber auf mich? Was hebt ihn von anderen Bewerbern ab? Könnte er fachlich und menschlich in unser Unternehmen passen? Der Ersteindruck wird später beim Vorstellungsgespräch meist revidiert, bis dahin müsst Ihr als Bewerber aber erstmal kommen. Das Ziel ist also eine optimale Darstellung auf Eurem Bewerbungsfoto. Die Bewerbung ist aber natürlich kein Schönheitswettbewerb. Im Idealfall spiegelt das Bild Eure Persönlichkeit wider, unterstreicht bestimmte Fähigkeiten und Einstellungen und vermittelt eine professionelle Grundeinstellung.
1. Kein Selbstversuch
Von selbstgemachten Bildern oder der Nutzung von
Passbildautomaten möchten wir ganz dringend abraten. Auch wenn ein
professioneller Fotograf für seine Leistungen gut bezahlt werden
möchte,
ist das Geld doch meist gut angelegt. Der
Griff zur
eigenen Kamera ist kostengünstig, liefert jedoch keinesfalls eine
vergleichbare Qualität. Der Fotograf bringt seine Erfahrung und
Expertise mit und hilft Euch bei der Auswahl eines passenden
Hintergrunds, der Einrichtung richtiger Lichtverhältnisse und der
Einstellung anderer wichtiger Begleitfaktoren, die ein Hobbyknipser
unter Umständen vernachlässigt.
2. Aktualität
Das Bewerbungsfoto sollte auf dem aktuellen Stand
sein. Ein
Alter von ein bis zwei Jahren ist hier die Grenze. Zwischen
dem Erscheinungsbild auf dem Foto und Eurem tatsächlichen Aussehen am
heutigen Tag darf einfach keine allzu große Differenz liegen. Bei
Mädels ist das besonders wichtig. Stichwort: Frisur und Haarfarbe.
3. Passende Kleidung
Euer Outfit sollte einen seriösen Eindruck
vermitteln. Ihr müsst Euch darin wohlfühlen, ohne dass es einem
Freizeitlook ähnelt. Als Richtwert gilt, dass Ihr auf dem Bild in etwa
den Kleidungsstil
zeigt, den Ihr dann auch im Berufsalltag tragen würdet. Männer greifen
am besten zu einem einfarbigen Hemd, einem Sakko oder Anzug und
Krawatte.
Frauen sind mit einem schlichten Business-Outfit auf der richtigen
Seite (Hose oder Rock,
Bluse, Blazer, Kostüm, ohne zu viel Haut zu zeigen). Alle
Kleidungsstücke sollten gut passen, sauber sein und in einem
angemessenen Kontrast zum Hintergrund stehen.
4. Gepflegtes, aber dezentes Styling
Euer Styling darf das Foto nicht künstlich erscheinen lassen. Haltet diesbezüglich also eine gewisse Zurückhaltung ein. Es empfiehlt sich ein gepflegter Haarschnitt. Herren kommen frisch rasiert, Frauen verzichten besser auf ein übertriebenes Makeup mit aggressiven Farben und ausgefallene Hochsteckfrisuren. Das Ziel sollte eine natürliche und seriöse Ausstrahlung sein. Auch bei der Wahl von Accessoires empfiehlt sich Zurückhaltung; Ketten, Ohrringe oder Piercings dürfen nicht sofort ins Auge fallen und das Bild des Bewerbers bestimmen; Brillenträger verzichten natürlich nicht auf ihre Brille.
5. Ausgeglichene Körperhaltung
Spannung vs. Lockerheit. Wie immer liegt der Erfolg hier in der goldenen Mitte. Achtet darauf, dass Ihr weder zu verkrampft noch zu locker seid. Haltet hier Rücksprache mit dem Fotografen. Er wird Euch mehrere Versuche für den perfekten Schnappschuss geben.
6. Freundliche Ausstrahlung
Es sollte Euer Tag sein. Geht ausgeschlafen und gut gelaunt zum Fototermin, vermeidet Hektik und Stress, versucht ein leichtes und ehrliches Lächeln zu zeigen. Anspannung und Nervosität lassen sich nicht immer ganz verstecken, aber genau dafür wird nicht nur ein Bild, sondern eine ganze Serie geschossen. Nicht jede Sekunde müssen Mimik und Gestik also perfekt sitzen.
7. Klassisches Bildformat
Das typische Porträtfoto ist im Hochformat und hat eine Breite von 4–5cm und eine Höhe von 5–7cm. Es zeigt nur den Kopf, den Hals und eventuell einen Teil der Schultern und der Brust.
8. Farbe oder Schwarz-Weiß
Farblich ist grundsätzlich alles möglich. Egal ob Schwarz-Weiß, Sepia (bräunlicher Farbton) oder in Farbe, es gibt kein Richtig oder Falsch. Die Entscheidung trifft man üblicherweise im Nachhinein, je nach der Wirkung des Fotos. Wichtig ist auch hier das stimmige Gesamtbild der Bewerbung.
9. Platzierung des Fotos
Im Normalfall wird das Bild oben rechts im Lebenslauf platziert. Verfügt die Bewerbung über ein Deckblatt, auf dem Ihr persönliche Daten aufführt, dann sollte das Foto hier in der Mitte angeordnet sein. Am besten ist es Ihr lasst Euch das Foto vom Fotografen auch in digitaler Form, z.B. auf einer CD-Rom oder einem USB-Stick, mitgeben. So könnt Ihr es am PC ganz nach Belieben in Euren Lebenslauf einfügen und die gesamte Bewerbung sauber und ordentlich ausdrucken. Falls Ihr Eurer Foto nicht digital vorliegen habt, dann verwendet zum Befestigen am besten Fotoklebestreifen, Klebeecken oder einen trockenen Klebestift, aber keine Büroklammern. Für den Fall, dass sich das Bild doch aus den Bewerbungsunterlagen herauslöst, gebt auf der Rückseite Euren Namen und Eure Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse als Kontaktmöglichkeit an.
Üblicherweise schießt der Fotograf nacheinander mehrere Bilderserien
aus verschiedenen Perspektiven. Diese
solltet Ihr im Anschluss wirklich gründlich prüfen und dann daraus in
aller Ruhe das
Beste auswählen. Scheut Euch
nicht, notfalls um die Aufnahme weiterer Bilder zu bitten. Ihr
bezahlt
für diese spezielle Dienstleistung und solltet am Ende auch ein Produkt
in
der Hand halten, mit dem Ihr Euch identifizieren könnt und
weitestgehend zufrieden seid. Wichtig ist bei der Erstellung
des
Bewerbungsfotos auch die
Vorbereitung. Schaut Euch Bilder bei Freunden und im Internet an und
überlegt Euch, welche Ausstrahlung Ihr gern rüberbringen möchtet. Diese
Ansätze solltet Ihr dem Fotografen im Vorbereitungsgespräch mitteilen,
damit er weiß, wie er Euch angemessen in Szene setzen kann.
Als Schlüsselerkenntnis für Euren Bewerbungsprozess solltet Ihr aus diesem Artikel über die Auswahl, Gestaltung und Platzierung des Bewerbungsfotos folgendes mitnehmen: Auf diesen Faktor der Bewerbung könnt Ihr sehr großen Einfluss nehmen. Nutzt also die Chance, um mit einem ansprechenden Foto bei Unternehmen einen herausragenden ersten Eindruck zu erwecken und Euch von Mitbewerbern abzuheben.
Viel Erfolg beim Foto-Shooting
Euer aircareer.de - Team
(Quellen: http://www.praktikumsanzeigen.info, http://www.mygeo.info, http://www.focus.de)










