Skip to main content

Karriere-Magazin

Bewerbung und Karrierestart Teil XIV - Sechs Irrtümer und Mythen rund um das Bewerbungsgespräch

Ihr habt es geschafft, wurdet zum Vorstellungsgespräch eingeladen und seid der erhofften Einstellung im Unternehmen nun ganz nah. Jetzt gilt es die Ruhe zu bewahren, sich gewissenhaft vorzubereiten und am entscheidenden Tag alles richtig zu machen. Doch wie genau tritt man denn in einer solchen Situation am besten auf? Was gilt es zu beachten und was zu vermeiden? Im Laufe der Vorbereitung trifft man auf unzählige gut gemeinte Tipps und Hinweise, die jedoch nicht in jeder Situation zum erwünschten Ziel führen und sich eventuell sogar nachteilig auswirken. Wir möchten Euch in diesem Artikel eine Reihe solcher Irrtümer und Mythen um das Bewerbungsgespräch vorstellen, diese entkräften und ein paar Ratschläge geben, wie Ihr stattdessen auftreten solltet.

 

Mythen und Irrtümer beim BewerbungsgesprächHinter vielen gut gemeinten Tipps versteckt sich ein Mythos
Bildquelle: Wendy walks through rsume writing (Gangplank HQ/Flickr, CC BY 2.0)

Mythos 1 - Nur wer auffällt bekommt am Ende auch den Job

Ohne Frage steigert ein selbstbewusstes, sicheres Auftreten im Vorstellungsgespräch die Chancen auf eine Einstellung, doch auch hier gibt es eine Toleranzgrenze. Wer im Verlauf des Zusammentreffens mit dem potenziellen Arbeitgeber das Maß an Wortgewandtheit und Schlagfertigkeit überschreitet, der wird es ebenso schwer haben wie jemand, dem die Unsicherheit die Sprache verschlägt. Das Optimum findet sich daher wie immer in der Mitte. Gebt Euch höflich und aufgeschlossen, macht Eure Kompetenzen und Fähigkeiten deutlich, aber zeigt Respekt vor Eurem Gegenüber, dem Unternehmen und der angestrebten Stelle.

 

Mythos 2 - Die Optik ist entscheidend für die zukünftige Einstellung

Beim Job-Interview bestimmt der optische Eindruck die Wahl, da die fachlichen Kompetenzen ja bereits in den Lebensläufen der Bewerber verglichen werden konnten? So ist es nicht! Bei der Vorstellung möchte das Unternehmen in erster Linie die Persönlichkeit der Kandidaten kennenlernen und natürlich wird diese auch durch die Kleidung zum Ausdruck gebracht. Am Ende ist sie aber auch ein Faktor unter vielen weiteren, wie z.B. Mimik, Gestik, Manieren und anderen Charaktereigenschaften. Durch Euer Äußeres könnt Ihr also durchaus einen bestimmten Eindruck unterstützen und so Eure Chancen verbessern, verloren ist bei kleinen Schnitzern aber noch längst nicht alles. Einen ausführlichen Blick auf diese Problematik haben wir in unserem Artikel "Das passende Outfit fürs Vorstellungsgespräch" geworfen.

 

Mythos 3 - Jede Frage muss richtig und möglichst umfassend beantwortet werden

Natürlich gibt es bei einem Interview die Klassiker ("Die fünf am häufigsten gestellten Fragen im Bewerbungsgespräch"), für die Ihr möglichst eine überlegte Antwort parat haben solltet. Darüber hinaus werden in einem Gespräch aber oft zahlreiche weitere Aspekte zu Eurer Person, dem Unternehmen und anderen Themen angesprochen. Nicht immer habt Ihr in der angespannten Situation dann auch zwingend eine passende Erwiderung auf der Zunge und das ist auch nicht schlimm. Nehmt Euch ruhig ein wenig Zeit zum Nachdenken und versucht eine in Tiefe und Umfang angemessene Antwort zu formulieren. Schief gehen kann dabei wenig, ein Richtig oder Falsch gibt es schließlich nur in den wenigsten Fällen. Gebt im Zweifel aber auch einfach ehrlich zu, dass Ihr darauf gerade nicht gefasst seid und leitet nicht zu einem einstudierten Monolog über, nur weil sich gerade die Chance zu weiterer Redezeit ergibt. Außerdem gibt es bestimmte Fragen, die Ihr dem Arbeitgeber im Hinblick auf Eure Persönlichkeitsrechte nicht beantworten müsst, u.a. nach einer Religions- oder Gewerkschaftszugehörigkeit, dem Familienstand, einer beabsichtigten Heirat oder einer Schwangerschaft.

 

Mythos 4 - Der Personaler weiß alles über mich

Der Gegenüber hat sich ganz gezielt auf Euch vorbereitet, die Bewerbungsunterlagen verinnerlicht, das Internet nach zusätzlichen Informationen durchforstet und ist nun bereit, Euch auch noch von Angesicht zu Angesicht zu durchleuchten. Dieser Irrtum trägt maßgeblich zur Verunsicherung bei und ist dabei doch so einfach zu entkräften. Bei einer Reihe an zahlreichen Bewerbern haben Personalverantwortliche im Allgemeinen gar nicht die Zeit für ein so individuelles Studium der einzelnen Kandidaten. Der ein oder andere wird sicherlich die Suchmaschine seiner Wahl befragen, nach schnell zugänglichen Informationen suchen und es dabei aber auch belassen. Geht einfach davon aus, dass der Personaler erst einmal nur das über Euch weiß, was Ihr ihm bisher mitgeteilt habt. Für das weitere Kennenlernen wurdet Ihr nun schließlich zum persönlichen Gespräch eingeladen.

 

Mythos 5 - Ich muss auf jeden Fall einen perfekten Eindruck hinterlassen

Auch mit diesem Gedanken setzt Ihr Euch nur unnötig unter Druck. Natürlich gilt es bei einem Bewerbungsgespräch eine möglichst gute Figur zu machen und entsprechend ernst und gewissenhaft solltet Ihr Euch auch in diese Situation begeben. Aber: Jeder Mensch hat seine Ecken und Kanten oder auch einfach mal einen schlechten Tag. Versucht Euch daher nicht zwanghaft zu verstellen, um als perfekte Wahl aus dem Büro zu spazieren, denn das fällt vielen häufig als allzu steifes und verkrampftes Auftreten auf die Füße. Gebt Euch stattdessen so natürlich wie möglich und steht zu kleineren Unzulänglichkeiten.

 

Mythos 6 - Die Frage nach dem Kaffee

In Bewerbungstrainings wird gern erzählt, dass man das Vorstellungsgespräch unbedingt mit einem positiven Signal beginnen soll. Üblicherweise wird man als Erstes gefragt, ob man denn einen Kaffee möchte. Dies sollte man also auf jeden Fall bejahen, auch wenn einem gerade nicht nach einem Getränk ist. Und genau das ist Quatsch! Sagt zu, wenn Euch danach ist, oder lehnt das Angebot höflich ab. Einen positiven Einstieg in das Gespräch könnt Ihr auch nach der Kaffee-Frage noch hinbekommen. Die Entscheidung für oder gegen einen Kandidaten wird davon jedenfalls (abseits der Kaffee-Branche) in keinem Unternehmen der Welt abhängig gemacht.

 

Ihr seht, alles halb so wild, es geistern viele Bewerbungsirrtümer durch die Welt. Wir hoffen, dass wir Euch ein wenig von der Aufregung nehmen konnten. Jetzt kann es für Euch mit Hilfe unseres Magazinbeitrags an die konkrete Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch gehen.

 

Viel Erfolg beim Bewerbungsgespräch
Euer aircareer.de - Team

 

(Quellen: Karrierebibel.de, Jobbanet.eu)