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Karriere-Magazin

Dein Traum vom Fliegen – Karrieremöglichkeiten in der Luft- und Raumfahrt Teil XII: Oberflächenbeschichter/in

Karriere machen in der Luft- und Raumfahrt, das klingt eigentlich nach einem soliden und gleichzeitig aufregenden Plan. Aber was wird man dann eigentlich? "Flugzeugbauer"? "Hubschrauber-Designer"? Wonach muss ich suchen, um später auch das zu machen was mir Spaß macht?

 

Um diese Fragen beantworten zu können, wollen wir euch als Teil unseres Karriere-Magazins in regelmäßigen Abständen verschiedene Berufsfelder aus der Luft- und Raumfahrt vorstellen. Von Ausbildungsberufen über Studiengänge bis hin zu Dualen Studiengängen soll für jeden etwas dabei sein.

 

Teil XII - Oberflächenbeschichter/in


Allgemeine Informationen
OberflächenbeschichterEin Oberflächenbeschichter präpariert Metalle und Kunststoffe
Bildquelle: flickr.com Account Argonne National Laboratory

Alle Komponenten von Fluggeräten müssen tagtäglich extreme Situationen aushalten. Große Unterschiede in Temperatur, Druck, Luftfeuchtigkeit und zahlreichen anderen Umgebungsfaktoren erfordern eine überdurchschnittlich hohe Widerstandsfähigkeit des verwendeten Materials. Vor allem die Oberflächen der Stoffe stehen dabei im Fokus, denn hier greift die äußere Belastung zuerst und mit voller Stärke an. Es darf keine einzige Schwachstelle, kein Riss und kein Leck auftreten, schließlich geht es um den Schutz von Menschenleben. Die Vorbereitung von Oberflächen für den Einsatz in der Luft- und Raumfahrt ist die verantwortungsvolle Aufgabe des Oberflächenbeschichters.

 

Er ist zuständig für die Behandlung aller mechanischen Bauteile aus Metall oder Kunststoff mit Beschichtungsstoffen wie Chrom, Nickel oder Silber. Ziel ist die Verbesserung der Eigenschaften des jeweiligen Grundstoffs in Bezug auf die Härte, den Korrisions- und Verschleißschutz oder die elektrische Leitfähigkeit. Am Häufigsten erfolgt die Beschichtung über das Eintauchen von Werkstücken in spezielle Bäder mit ganz gezielt zusammengestellten Chemikalien, dem sogenannten Galvanisieren. Aus dieser Tätigkeit leitet sich auch die alte Bezeichnung des Berufes "Galvaniseur" ab; unter Umständen findet Ihr diese bis 2005 übliche Benennung auch heute noch an der ein oder anderen Stelle.

 

Die Arbeit des Oberflächenbeschichters umfasst folgende Tätigkeitsbereiche:
  • Vorbehandlung der Werkstücke: reinigen, entfetten, schleifen
  • Beschichtung und Veredelung von Metall- und Kunststoffoberflächen mittels Chrom, Messing, Nickel und anderer Metalle
  • Auswahl eines passenden Verfahrens und entsprechende Einrichtung von Anlagen
  • Überwachung der chemisch-technischen Abläufe während des Beschichtungsprozesses
  • Nachbehandlung der Werkstücke: polieren, glätten, nachbessern
  • Kontrolle der Arbeitsergebnisse, Bewertung, gegebenenfalls Korrigieren von Fehlern
  • Wartung und Instandhaltung der Anlagen

Den Großteil seiner Arbeit verbringt der Oberflächenbeschichter in einem Labor. Die beschriebenen Tätigkeiten erfordern neben Vorsicht und einem hohen Verantwortungsbewusstsein auch häufig das Tragen von Schutzkleidung, wie z.B. Overall, Handschuhe und Schutzbrille. Abseits der Luft- und Raumfahrtindustrie kann er z.B. in Galvanikabteilungen der Kfz-Zulieferindustrie, der Schrauben- oder Werkzeugfertigung tätig sein.

 

Oberflächenbeschichter werden über die Dauer von drei Jahren in der Form des dualen Prinzips mit einem Wechsel zwischen einem Ausbildungsbetrieb und einer Berufsschule ausgebildet. Rechtlich ist keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben. Betriebe stellen jedoch überwiegend Bewerber mit einem mittlerem Bildungsabschluss ein.

 

Diese Interessen sollte ein Auszubildender mitbringen:
  • Vorliebe für den Umgang mit dem Werkstoff Metall
  • Interesse an chemischen und physikalischen Vorgängen
  • Handwerkliches Geschick
  • Interesse an Präzisionsarbeit
  • Neigung zum Umgang mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen
  • Kenntnisse und Interesse vor allem in den Schulfächern Chemie, Physik und Mathematik

 

Während der Ausbildung zum Oberflächenbeschichter lernt man u.a.:
Oberflächenbeschichter bei der Laborarbeit Auch der Umgang mit Anlagen und Messgeräten ist Aufgabe des Oberflächenbeschichters, gefragt ist höchste Präzision
Bildquelle: flickr.com Account Argonne National Laboratory
  • Behandlung von Werkstücken aus unterschiedlichsten Materialien: formen, feilen, sägen, bohren, schweißen usw.
  • Vor- und Nachbehandlung metallischer und nichtmetallischer Werkstoffe
  • Anwendung chemischer und elektrolytischer Verfahren
  • Auftragen von organischen und anorganischen Schutzschichten auf Werkstücke
  • Verfahren zur Entfernung von Beschichtungen
  • Handhabung von Messgeräten
  • Bedienung, Überwachung und Wartung von Betriebsanlagen

 

Auch heute noch werden die Arbeitsmethoden in der Galvanotechnik laufend weiterentwickelt und verfeinert. Es werden neue Legierungen als Grundlage für Beschichtungen erfunden, andere Chemikalien bei der Durchführung der Verfahren eingesetzt und natürlich auch technologische Weiterentwicklungen an den Anlagen vorgenommen. Als Oberflächenbeschichter müsst Ihr Euch mit all diesen Neuerungen auseinandersetzen, Euch weiterbilden und auf dem Laufenden bleiben. So dürftet Ihr in diesem recht zukunftsträchtigen Beruf gute Karriereaussichten haben.

Nach einer abgeschlossenen Ausbildung bieten sich als weitere Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten unter anderem die Weiterbildung zum Galvaniseurmeister oder ein Studium (z.B. Bachelorstudium der Werkstofftechnik) an.

 

Zum Abschluss möchten wir Euch noch zwei passende Links empfehlen. Auf Planet-Beruf.de beschreibt ein Auszubildender zum Oberflächenbeschichter sehr anschaulich seinen üblichen Tagesablauf. Und auf azubot.de könnt Ihr Euch in einem kurzen Video noch einen Eindruck von den Tätigkeiten des Berufs verschaffen.

 

Viel Erfolg bei der Bewerbung wünscht Euch
Euer aircareer.de-Team

 


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(Quellen: Bundesagentur für Arbeit, be-Lufthansa.com Skyfuture.de)