Dein Traum vom Fliegen – Karrieremöglichkeiten in der Luft- und Raumfahrt Teil X: Flugdienstberater/in
Karriere machen in der Luft- und Raumfahrt, das klingt eigentlich nach einem soliden und gleichzeitig aufregenden Plan. Aber was wird man dann eigentlich? "Flugzeugbauer"? "Hubschrauber-Designer"? Wonach muss ich suchen, um später auch das zu machen was mir Spaß macht?
Um diese Fragen beantworten zu können, wollen wir euch als Teil unseres Karriere-Magazins in regelmäßigen Abständen verschiedene Berufsfelder aus der Luft- und Raumfahrt vorstellen. Von Ausbildungsberufen über Studiengänge bis hin zu Dualen Studiengängen soll für jeden etwas dabei sein.
Teil X – Flugdienstberater/in
Allgemeine Informationen
Ein
Flugdienstberater am ArbeitsplatzBildquelle: flickr.com Account NASA Goddard Photo and Video
Das Berufsfeld der Flugdienstberater dürfte einem als Fluggast im Alltag eher selten begegnen; für die organisatorische Durchführung eines jeden Fluges hat es jedoch elementare Bedeutung. Der häufig auch unter der Bezeichnung „Dispatcher“, „Flight Operation Officer“ (FOO) oder "Flight Operation Controller" (FOC) geführte Flugdienstberater ist bei einer Fluggesellschaft beschäftigt und hält am Boden als kompetenter Ansprechpartner des Piloten die Fäden der strukturellen Abläufe zusammen. Sein Ziel ist die Gewährleistung eines pünktlichen, sicheren und wirtschaftlichen Fluges. Konkret ist er mit folgenden Aufgaben betraut:
- Vorbereitung des Fluges
- Einholen aktueller Wind- und Wetterdaten von Abflugs- und Zielort
- Festlegen der optimalen Flugroute
- Erstellung des Flugdurchführungsplans
- Berechnung des Treibstoffverbrauchs, Ausarbeitung von Ladeplänen
- Einholung von Überflug- und Landebewilligungen
- Beratung während des Fluges
- Übermittlung von Informationen über Flugroute, Flugplandaten, Wetterverhältnisse u.a.
- Unterstützung der Crew bei Rückfragen oder Unregelmäßigkeiten
- Überwachung
- ständige Kontrolle des Flugablaufs
- Mitteilen von Veränderungen zentraler Daten für die Flugdurchführung
- unter Umständen Umleiten von Flügen, Entscheidung über Zwischenlandungen oder Flugumkehr
- Einleiten erforderlicher Notfallmaßnahmen
Ein Flugdienstberater sitzt üblicherweise in Büroräumen an Flughäfen, er arbeitet an PC- und Terminal-Systemen und hält über verschiedene Kommunikationswege ständigen Kontakt zu den ihm zugeteilten Flugzeugen und deren Crew.
Folgende Lernfelder umfasst eine Ausbildung zum Flugdienstberater:
- Luftrecht, Luftverkehrs- und Flugsicherungsvorschriften
- Navigation
- Meteorologie
- Technik, Flugzeugkunde
- Fernmeldeeinrichtungen, Datentransfer- und Kommunikationsverfahren, Verkehrsflussregelstellen
- Flugvorbereitung
- Menschliches Leistungsvermögen
Die in Deutschland einheitlich geregelte Berufsausbildung erfolgt in der Regel in autorisierten Flugschulen und hat eine Dauer von 6 Monaten. Sie ist untergliedert in theoretische und praktische Bereiche. Zunächst werden die oben genannten Wissensgebiete im Querschnitt in klassischer Unterrichtsform vermittelt, im Anschluss lernen die Auszubildenden die Aufgabenfelder ihres Berufsfeldes bei einem Luftfahrtunternehmen vor Ort kennen. Entsprechend fordert auch die vom Luftfahrt-Bundesamt organisierte abschließende Prüfung den Nachweis sowohl umfassender theoretischer, als auch praktischer Kenntnisse. Bei bestandener Prüfung erteilt das Bundesamt zum Abschluss der Ausbildung die offizielle deutsche Lizenz zum Flugdienstberater.
Was man für die Ausbildung normalerweise mitbringen sollte
- Hochschul- oder Fachholschulreife, alternativ auch mittlerer Bildungsabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
- Kenntnisse und Interesse in den Fächern Physik, Mathematik, Geographie und Englisch
- Hohes Maß an Konzentrations-, Reaktions- und Organisationsfähigkeit
- Gutes räumliches Vorstellungs- und Orientierungsvermögen
- Sorgfältigkeit
- Flexibilität
- Belastbarkeit
- Kommunikationsfähigkeit und Kontaktbereitschaft
Die notwendigen fachlichen Vorkenntnisse und die persönliche Eignung werden in der Regel durch ein eintägiges Auswahlverfahren geprüft. Dieses umfasst schriftliche Tests zur Bewertung der Leistungsfähigkeit ebenso wie ein strukturiertes Interview zur Feststellung der charakterlichen Voraussetzungen.
Weitere Informationen zum konkreten Ablauf der Ausbildung und zum Berufsfeld des Flugdienstberaters allgemein findet man auf den Seiten der Deutschen Flugdienstberatervereinigung unter GALDA.org, dem europäischen Pendant EUFALDA, dem Verband Österreichischer Flugdienstberater auf Flugdienstberater.at und der internationalen Dispatcher Vereinigung IFALDA.
Viel Freude bei der Bewerbung wünscht Euch
Euer aircareer.de-Team
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(Quellen: http://www.galda.org, Bundesagentur für Arbeit)













