Skip to main content

Karriere-Magazin

Dein Traum vom Fliegen – Karrieremöglichkeiten in der Luft- und Raumfahrt Teil XIII: Zerspanungsmechaniker/in

Karriere machen in der Luft- und Raumfahrt, das klingt eigentlich nach einem soliden und gleichzeitig aufregenden Plan. Aber was wird man dann eigentlich? "Flugzeugbauer"? "Hubschrauber-Designer"? Wonach muss ich suchen, um später auch das zu machen was mir Spaß macht?

 

Um diese Fragen beantworten zu können, wollen wir euch als Teil unseres Karriere-Magazins in regelmäßigen Abständen verschiedene Berufsfelder aus der Luft- und Raumfahrt vorstellen. Von Ausbildungsberufen über Studiengänge bis hin zu Dualen Studiengängen soll für jeden etwas dabei sein.

 

Teil XIII - Zerspanungsmechaniker/in


Allgemeine Informationen
Zerspanungsmechaniker an einer DrehmaschineDie Hauptwerkzeuge des Zerspanungsmechanikers: Bohr-, Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen
Bildquelle: Official U.S. Navy Imagery/Flickr (CC BY 2.0)

Damit Turbinen, Landeklappen, Türverriegelungen und sämtliche anderen mechanischen Teile an Flug- und Raumfahrzeugen absolut reibungslos und zuverlässig funktionieren, müssen die einzelnen enthaltenen Bauteile mit allerhöchster Präzision gefertigt werden. Die Planung, Erstellung und Anpassung dieser Teilstücke liegt in den Händen von Zerspanungsmechanikern.

 

Zunächst suchen wir mal nach einer Antwort auf die Frage nach der Herkunft dieser etwas sonderbar klingenden Berufsbezeichnung. Die Bearbeitung der benötigten Elemente erfolgt in der Regel mit Hilfe von Maschinen, die eingespannte Werkstoffe streng nach den Vorgaben bohren, drehen, fräsen oder schleifen. Es werden also Verfahren verwendet, die am Arbeitsplatz nicht nur das fertige Werkstück, sondern auch eine ganze Menge von Spänen als Abfall zurücklassen. So entstehen aus einem meist metallischen Grundmaterial durch sogenannte "Zerspanungstechniken" die gewünschten Einzelteile. Hierbei ist höchste Aufmerksamkeit und Präzision von Mensch und Maschine gefragt, denn nicht selten müssen Genauigkeiten von hundertstel Millimetern eingehalten werden, damit das Werkstück, z.B. eine Schraube, ein Kolben oder ein Zylinder, auch wirklich passgenau an seine Verwendungsstelle eingebaut werden kann und anschließend zuverlässig funktioniert.

 

In das Aufgabenfeld der Zerspanungsmechaniker fällt in der Praxis nicht nur die Herstellung der Bauteile. In bestimmten Fällen müssen Elemente als Einzelfertigung auch selbstständig geplant werden. Es wird also zunächst die konkrete Form und das Material des Gegenstands bestimmt, im Anschluss daran die Abfolge von benötigten Maschinen und Arbeitsschritten zusammengestellt, die Maschinen entsprechend präpariert und programmiert und schließlich das Werkstück gefertigt. Während der Bearbeitungsschritte muss das Teil außerdem noch ständig hinsichtlich der zuvor erstellten Pläne überprüft werden, um ungewünschte Abweichungen frühzeitig zu erkennen und eingreifen zu können. Abseits der standardisierten Serienproduktion finden sich in der Berufspraxis nicht selten solche Spezialaufträge, die vom Konzept bis hin zur Abgabe vollständig in der Verantwortung eines Arbeiters stehen können.

 

Die Arbeit des Zerspanungsmechanikers umfasst folgende Tätigkeitsbereiche:
  • Bedienung und Programmierung von Werkzeugmaschinen zum Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen von Bauteilen
  • Gezielte Einrichtung der Maschinen und Anlagen
  • Einspannen von Werkstücken, Überwachung der Fertigungsprozesse
  • Überprüfung der Qualität mittels Messschieber, Messschrauben und Oberflächenmessgeräten
  • Nachbearbeitung der produzierten Werkstücke (z.B. Abschleifen oder Entgraten)
  • Dokumentation der Arbeiten und Ergebnisse
  • Reinigung der Maschinen, Instandhaltung und Instandsetzung

 

Häufig hantiert man im Berufsalltag also mit computergesteuerten Maschinen und komplexen Anlagen. In der Ausbildung wird jedoch auch großer Wert auf die manuelle Bedienung von Bohr-, Fräs- und Schleifmaschinen gelegt. Zerspanungsmechaniker werden über die Dauer von dreieinhalb Jahren in der Form des dualen Prinzips mit einem Wechsel zwischen einem Ausbildungsbetrieb und einer Berufsschule ausgebildet. Rechtlich ist keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben. Betriebe stellen jedoch überwiegend Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.

 

Diese Voraussetzungen sollte ein Auszubildender mitbringen:
  • Sehr guter Hauptschulabschluss oder guter Realschulabschluss
  • Handwerkliches Geschick
  • Interesse an Präzisionsarbeit
  • Bereitschaft zum Umgang mit Maschinen, Anlagen und Computern
  • Gutes räumliches Vorstellungsvermögen und mathematisches Verständnis
  • Interesse an den Schulfächern Physik, Werken, Technik
  • Konzentrationsfähigkeit, Sorgfalt, Belastbarkeit

 

Während der Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker lernt man u.a.:

 

Schrauben und andere Einzelteile Von einfachen Schrauben bis hin zu Präzisionsteilen
Bildquelle: Josh Kopel/Flickr (CC BY-NC-ND 2.0

  • Korrekte Bedienung, Überwachung und Wartung von Maschinen und anderen Betriebsmitteln
  • Eigenschaften, Verwendungsmöglichkeiten, Eigenheiten von Werkstoffen
  • Planung und Durchführung von Arbeitsabläufen
  • Programmierung von computergesteuerten Maschinen
  • Fertigung von Werkstücken aus verschiedensten Werkstoffen mittels technischer Verfahren
  • Anwendung von Feinbearbeitungsverfahren
  • Einhaltung von Arbeitsschutz-, Unfallverhütungs- und Umweltschutzvorschriften
  • Anwendung verschiedenster Messverfahren zur Qualitätssicherung

 

Möglichkeiten zur weiteren Spezialisierung und Weiterbildung im Verlauf des Berufslebens sind zahlreich vorhanden. Man kann sich wahlweise auf einzelne Tätigkeiten fokussieren und sich z.B. zum Flächenschleifer/in, Maschineneinrichter/in oder Qualitätskontrolleur/in weiterbilden, den Stand eines Industriemeisters in der Fachrichtung Metall antreben oder ein Bachelorstudium z.B. in der Richtung Maschinenbau anschließen.

 

Beim Beruf des Zerspanungsmechanikers handelt es sich also um ein anerkanntes und verantwortungsvolles Fach mit einer guten Perspektive für die Zukunft. Auch wenn sich Maschinen im Bereich der Präzisionsarbeit noch immer rapide weiterentwickeln, so werden auch in Zukunft ausgebildete Fachkräfte benötigt, die ebendiese Maschinen programmieren, überwachen, warten und pflegen, Verfahren und Arbeitsweisen planen, Qualitätskontrollen durchführen und zahlreiche weitere unverzichtbare Einzelschritte übernehmen, um die hohen Qualitätsansprüche auch tatsächlich realisieren zu können.

 

Einen tollen Eindruck vom Beruf und der Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker könnt Ihr Euch nun abschließend noch in diesem Video auf Berufe.tv verschaffen.

 

Viel Erfolg bei der Bewerbung wünscht Euch
Euer aircareer.de-Team

 


Weitere Beiträge aus dieser Rubrik:

 

(Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Zerspanungsmechaniker.de)