Dein Traum vom Fliegen – Karrieremöglichkeiten in der Luft- und Raumfahrt Teil IV: Berufspilot
Karriere machen in der Luft- und Raumfahrt, das klingt eigentlich nach einem soliden und gleichzeitig aufregenden Plan. Aber was wird man dann eigentlich? "Flugzeugbauer"? "Hubschrauber-Designer"? Wonach muss ich suchen, um später auch das zu machen was mir Spaß macht?
Um diese Fragen beantworten zu können, wollen wir euch als Teil unseres Karriere-Magazins in regelmäßigen Abständen verschiedene Berufsfelder aus der Luft- und Raumfahrt vorstellen. Von Ausbildungsberufen über Studiengänge bis hin zu Dualen Studiengängen soll für jeden etwas dabei sein.
Teil IV: Berufspilot
Ein Traumjob von vielen ist ohne Zweifel der des Piloten, doch wie kommt man eigentlich ins Cockpit und an den Steuerknüppel?
Der Beruf des Piloten bringt ein hohes Maß an Verantwortung für Mensch und Maschine mit sich. Neben den physischen und psychischen Belastungen müssen zukünftige Piloten auch den Anforderungen modernster Technik und IT gewachsen sein.
Ausbildungsmöglichkeiten bieten neben der Bundeswehr auch Flugschulen und die zivile Luftfahrt. Egal welchen Weg man gehen möchte, zunächst muss ein Eignungstest absolviert werden.
Was man für die Ausbildung/das Studium mitbringen sollte:
- Gute bis sehr gute Schulnoten in Englisch, Mathe und Physik
- Gutes technisches Verständnis
- Gute Raumorientierung, Merkfähigkeit, Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeitskapazität, Reaktionsvermögen
- Ausgeprägte emotionale Stabilität sowie Handlungs- und Sozialkompetenz
- Teamfähigkeit
- Gewisses Maß an Führungspersönlichkeit ohne den Hang zur Selbstüberschätzung
- Flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis
Hat man den allgemeinen Eignungstest bestanden, kann man entweder über eine Ausbildung oder auch über ein Studium ins Cockpit kommen.
Über eine Ausbildung kann man entweder Berufsflugzeugführer/in (CPL (A)) oder Verkehrsflugzeugführer/in (ATPL (A)) werden. Unterschiede liegen in der Dauer der Ausbildung und den während der Ausbildung erworbenen Fluglizenzen. Letztere entscheiden darüber welche Maschinen man fliegen darf und ob man neben der Tätigkeit des Co-Piloten auch als Kapitän fliegen darf.
| Ausbildung | Berufsflugzeugführer/in (CPL (A)) | Verkehrsflugzeugführer/in (ATPL (A)) |
| Fluglizenzen allgemein | Privat Pilot Lizenz (PPL) Commercial Pilot Lizenz (CPL) |
Privat Pilot Lizenz (PPL) Commercial Pilot Lizenz (CPL) Airline Transport Lizenz (ATPL) |
| Darf man Kapitän werden? | Für Flugzeuge mit nur einem Piloten: ja Für Flugzeuge mit zwei Piloten: nur als Co-Pilot |
Ja, man steigt normalerweise als Co-Pilot ein und wird dann nach entsprechender Berufs-/Flugerfahrung Kapitän |
| Ausbildungsdauer | 10 bis 12 Monate | 15 bis 24 Monate |
Achtung: Bei einer Ausbildung ohne die Kooperation mit einer Fluglinie fehlen oft ausreichend Flugstunden, um von einer Fluglinie direkt angestellt zu werden. Auch muss der Auszubildende hier alle für die Lizenzen anfallenden Kosten selbst tragen. Viele Flugschulen bieten hier spezielle Finanzierungsmodelle an.
Entscheidet man sich gegen eine Ausbildung und für ein Studium, so ist dies meist eine Kooperation aus Flugschule und Hochschule. Auch Airlines bieten teilweise Kooperationsmodelle an. Studiert werden hier Studiengänge wie z.B. Luftverkehrsmanagement oder Aviation Management & Piloting. Der Abschluss ist in der Regel ein Bachelor.
Je nach Studienschwerpunkten sind dabei Bachelor of Arts, Bachelor of Science oder Bachelor of Engineering möglich. Die Studiendauer beträgt 6 bis 8 Semester. Fokus des theoretischen Studienteils sind sowohl betriebswirtschaftliche als auch ingenieurswissenschaftliche Aspekte der Luftfahrtindustrie. Die notwendigen Fluglizenzen werden neben dem Studium, während der letzten Semester bzw. während der Semesterferien erworben und sind zusammen mit den oft verbundenen Auslandsaufenthalten kostenpflichtig (57 000€ bis 76 500€). Wer schon Fluglizenzen vor dem Studium erworben hat, kann hier jedoch Kosten einsparen.
Hier finden Ihr eine Übersicht aller Studiengänge in der Luft- und Raumfahrt im deutschprachigen Raum. Es ist markiert bei welchen eine Pilotenausbildung möglich ist. Klarer Vorteil eines Studiums ist, dass man sich nicht auf das reine Fliegen beschränkt und so bei einer möglichen Fluguntauglichkeit Alternativen zum Pilotenberuf parat hat. Hinzu kommt, dass man die nach der Ausbildung fehlende Flugpraxis nach dem Studium berufsbegleitend aufholen kann. Der finanzielle Druck der Ausbildungskosten kann so verringert werden.
Insgesamt muss man sich der Verantwortung als Pilot vor der Berufsausbildung und auch dem Studium bewusst sein, die entsprechenden körperlichen und geistigen Voraussetzungen erfüllen und auch den finanziellen Teil der Ausbildung überstehen können. Ist dies bei Euch gegeben, steht einem erfolgreichen Abflug nichts mehr im Wege.
Many Happy Landings!
Euer aircareer.de Team
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(Quellen: http://www.lufthansa-pilot.de/; http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/; http://www.htw-saarland.de/wiwi/studium/studienangebot/ab/; http://www.iubh.de/de/studium/bachelor-studiengaenge/luftverkehrsmanagement.php; http://www.fh-worms.de/Bachelor-of-Science-B-Sc-Av.4906.0.html)













